Spuren im Schnee
„Rentiere sind leichtfüßig und still, wie die wilde Natur selbst. Sie sind dort aus der Erde entsprungen, und sie werden dorthin zurückkehren.
Sie sind zu einem integralen Bestandteil der Wildnis geworden, die sie mit Charakter, in Körperform und einem seltsamen und herrlich schönen Leben durchdringen.
Sie sind der sichere Geist der Wildnis – eine Verschönerung ihrer Schönheit und eine wunderbare Verzierung!“
(Helgi Valtysson, 1945. Übersetzung: Anna Yates.)


Rentiere in Island – Zwischen Herkunft und Anpassung
Die Rentiere wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Norwegen nach Island eingeführt. Der norwegische König verfolgte das Ziel, den Inselbewohnern Fleisch und Produkte dieser robusten Geschöpfe bereitzustellen. Doch das Vorhaben, eine Rentierzucht zu etablieren, scheiterte, da die isländischen Bauern nicht das nomadische Leben der Samen führten.
Folglich entkamen die Tiere in die Freiheit und breiteten sich seitdem im Osten der Insel aus.
Ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Bedingungen ist bemerkenswert: Ihre großen Nasen helfen dabei, kalte Luft vor dem Einatmen zu erwärmen. Darüber hinaus sind Rentiere hervorragende Schwimmer, und ihr dichtes, hohles Fell bietet eine natürliche Isolierung, die es ihnen ermöglicht, selbst eiskalte Flüsse und Seen mühelos zu durchqueren.
Die breiten Hufen – die sich weit spreizen lassen – verhindern, dass die Tiere im Moor oder Schnee versinken. Das charakteristische Klickgeräusch, das sie beim Laufen erzeugen, klingt wie fallende Regentropfen.
Leben, Verhalten und Bedeutung der Rentiere
Innerhalb der Herden übernehmen die Weibchen häufig Führungsrollen und bilden starke Gemeinschaften.
In den östlichen Hochlanden, insbesondere rund um die Nationalparks Vatnajökull und Snæfell, sind diese Tiere oft in kleinen Gruppen anzutreffen. Ihre Ernährung besteht aus Gräsern, Kräutern und Flechten, die je nach Jahreszeit variieren. Aktuell leben schätzungsweise 6.000 bis 7.000 Rentiere in Island, und die Jagd auf sie ist streng reguliert, um die Population zu schützen.

Insgesamt sind Rentiere nicht nur faszinierende Zeitzeugen, sondern auch lebendige Symbole für die unberührte Schönheit der isländischen Natur. Ihr Überleben in dieser rauen Umgebung beeindruckt und zeigt, wie Tiere sich den Herausforderungen des Lebens im hohen Norden anpassen können.




